WILLKOMMEN BEI TRIALOG

Während mit ‚Industrie 4.0‘ die digitale Autonomie der Produktionsvorgänge vorangetrieben wird und dadurch die Abläufe und Prozesse im Wirtschaftsleben an Tempo gewinnen, zeigt sich gleichzeitig überall in der Gesellschaft, dass alte hierarchische Strukturen zusammenbrechen, desolat oder rückwärtsgewandt erscheinen, nicht mehr tragfähig sind, keine Orientierung für Gegenwart und Zukunft bieten.

Die Welt wird für uns globaler, schneller, multikultureller und vielfältiger erfahrbar. Berechenbarkeit wird abgelöst von Beliebigkeit, Verlässlichkeit von Unzuverlässigkeit, Folgerichtigkeit von Unberechenbarkeit. Dort, wo Flexibilität notwendig wäre, erlebet man Verkrampfung oder Erschlaffung.
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Mittendrin steht der Mensch. Und an besonders exponierter Stelle Menschen mit Führungsverantwortung.

Führungskräfte müssen sich heute selbstkritisch eingestehen, dass Führen nach den alten Methoden nicht mehr wirklich funktioniert, dass sie neue Orientierung suchen und einen anderen menschlichen Zugang zu ihren Mitarbeitern finden sollten. Wir leben aktuell in einer Zeit der Auflösung und Zerstörung von Strukturen. Eine Zeit, die inspiriert ist vom Aufbruch zur Freiheit des Einzelnen.

In den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts trat der Impuls zur Befreiung des Einzelnen aus den überkommenen Strukturen deutlich zu Tage. Das hatte selbstverständlich auch tiefgreifende Konsequenzen für die Gestaltung der Arbeitswelt.

Heute, ein halbes Jahrhundert später, sind wir an einem Punkt angekommen, an dem der Wert von Individualität sichtbar und greifbar wird.

Was unserer Ansicht nach wirklich notwendig ist – und an den verschiedensten Stellen auch schon stattfindet - , ist eine soziale Revolution, in der der Einzelne sich in persönliche Verantwortung seiner Verhältnisse stellt und Menschen sich auf gleicher Augenhöhe begegnen, um miteinander gesunde Wirtschaftsprozesse in Bewegung zu bringen.

Für Führungskräfte bedeutet das: Niemand kann sich mehr nur auf seine funktionale Autorität berufen, persönliche Autorität muss hinzu entwickelt werden. In der Generation der Eltern und Großeltern wurde ohne Frage dem nachgekommen, was der Vorgesetzte gesagt hat. Heute funktioniert das nicht mehr, weil Mitarbeiter ein ganz anderes Selbstbewusstsein bzw. Autonomiebedürfnis mitbringen. Je jünger sie sind, umso deutlicher zeigt sich das.

Für Führungskräfte im 21. Jahrhundert gilt: Bevor ich andere Menschen führen will, muss ich in der Lage sein, mich selbst zu führen.
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Norbert Roeskens
15.1.1951 - 19.9.2018
Unser lieber Freund, Kollege und Mitbegründer von Trialog
hat seinen Erdenweg beendet.

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